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Bildungsauftrag

Bildungsverständnis

„ Bildung beginnt mit der Geburt. Vom Anfang an setzen sich Kinder aktiv und neugierig mit der Welt auseinander und entwickeln nach und nach ein Verständnis von Zusammenhängen. Mit fortlaufendem Alter erweitern, differenzieren und erneuern sie ihr Bild von der Welt.“

 

Unserem Verständnis zufolge sind Kinder die Hauptakteure ihrer Bildungsprozesse. Sie bestimmen das Tempo, den Zeitpunkt und die Art und Weise wie sie die Welt erkunden und verstehen lernen. „Bildung ist damit vor allem Selbstbildung“.

 

Es ist die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, die individuellen Bildungswege von Kindern zu beobachten, wahrzunehmen, zu begleiten und anzuregen. Dabei lassen wir den Kindern Zeit, die Dinge zu erfassen, auszuprobieren und schaffen eine vorbereitete Umgebung.

 

Wir als pädagogische Fachkräfte haben uns intensiv in den Teamsitzungen mit den Bildungsleitlinien auseinandergesetzt und diverse Fortbildungen zu den sechs Bereichen besucht. Im Folgenden werden die sechs Bildungsbereiche mit Beispielen aus unserer Einrichtung beschrieben.

 

Körper, Gesundheit und Bewegung

„Kinder erschließen sich die Welt zunächst über ihre Sinne. Über
Körperwahrnehmungen, die Nahund Fernsinne und die damit verbundene emotionale Verarbeitung beginnt das Kind, die Welt, in die es geboren wurde, zu strukturieren und zu begreifen.“

 

Vom „ Greifen zum Begreifen“, lernen die Kinder durch eigenes Tun. Sie nehmen die Gegenstände, die für sie von Bedeutung sind, mit allen Sinnen wahr. Die Kinder erobern sich die Welt durch Spiel und Bewegung. Bei uns finden die Kinder Materialien und Raum für Wahrnehmung, Bewegung und Sinneserfahrungen durch:

  • Sinnesmaterial
  • Freies Spiel auf dem Außengelände
  • Sport- und Bewegungsstunden in der Turnhalle
  • Erlebnisse im Wald
  • Psychomotorische Materialien (z.B. Trampolin, Kreisel, Bewegungselemente nach Hengstenberg und Pikler im Kindergarten)
  • Materialbäder (Kastanien, Bälle, Erbsen o.ä.)
  • Rollenspiele
  • Förderung der Graphomotorik
  • Gesundes Frühstück
  • Koch- und Backtage

 

Sprachen, Zeichen/Schrift und Kommunikation

„Kinder lernen Sprache stets durch Sprechen. Sprache ist immer eingebettet in soziale Situationen. Anders ausgedrückt: “Sprechen heißt: miteinander sprechen“. Das Leben in der Gemeinschaft erfordert das Miteinander sprechen aber auch das Zuhören.


Bei uns im Kindergarten fördern wir die Sprachentwicklung der Kinder durch vorbildliches Sprachverhaltern der pädagogischen Fachkräfte und durch viele Sprechanlässe z.B. Fingerspiele, Reime, Rätsel, Lieder, Puppen- und Rollenspiele, Bilderbücher, Geschichten, Theater, Handpuppenspiel und Gesprächsrunden.

 

Darüber hinaus bieten wir spezielle Sprachförderungen an:

  • Förderung zur phonologischen Bewusstheit (Würzburger Trainingsprogramm „Hören, Lauschen, Lernen“) 20 Wochen vor der Einschulung bekommen die Kinder ein 10 min. Ohrentraining. D.h. sie lernen Laute in der Sprache wahrzunehmen.
  • Sprachheilförderung für Kinder mit besonderen Sprachauffälligkeiten (durch eine Sprachheilkraft aus der Förderschule Bredstedt).
  • Spezielle Sprachförderung für Kinder mit eingeschränktem Wortschatz
  • „Spielend Englisch lernen“ für Kinder im letzten Kindergartenjahr


Weiterhin begegnet den Kindern Zeichen/Schriftsprache in unserem Alltag durch; Namensschilder, Fühlbuchstaben, Bücher, Poster, Zuordnen von Wort- und Bildkarten, Schreib-, Zeichen—und Malutensilien und Stempel.

 

Mathematik, Naturwissenschaft und Technik

„Kinder im Kindergartenalter haben Freude daran auf entwicklungsmäßige Weise den Umgang mit Mengen, Zahlen, Größen und Maßeinheiten zu lernen.“ Kinder haben von sich aus großes Interesse am Zählen, Sortieren, Serien bilden, Vergleichen, Ordnen, Messen und Wiegen sowie Erkennen von Zahlen, Mengen
und Formen.


Viele Angebote stehen den Kindern zur Verfügung:

  • Zahlenmaterial/ Fühlziffern
  • Körper (Kugel, Quader, Würfel usw.)
  • Verschiedene Materialien: z.B. Kastanien, Knöpfe usw.
  • Montessori-Materialien wie Rote Stangen, Einsatzzylinder usw.
  • Würfelspiele
  • Abzählreime
  • Stuhlkreis und Gesprächsrunden ( Wer fehlt heute, - wie oft noch schlafen, dann.... für wie viele decken wir heute den Tisch usw. )
  • Mengenspiele

 

Kinder sind von sich aus Forscher und Entdecker. Sie haben Freude am Sammeln, Experimentieren und Entdecken. Wir bieten ihnen eine vorbereitete Umgebung:

  • Ausflüge in die Natur
  • Viele Möglichkeiten auf dem Spielplatz
  • Arbeiten an der Werkbank
  • Materialien für Expererimente
  • Projekte z. B. Forscherwerkstatt, Waldwoche, erneuerbare Energien
  • Exkursion z. B. zum Imker

 

Kultur, Gesellschaft und Politik

„ Kinder lernen mitten in der Welt und damit mitten in der Kultur, der Gesellschaft und der Politik. Das erfahren Kinder von Geburt an direkt und indirekt.“ In der Kindergartengruppe und in der Begegnung mit anderen Familien erfahren die Kinder schon im Kleinen die Vielfalt menschlicher Lebensformen und Lebensstile.
Sie müssen lernen, ihre eigene Identität zu finden und dennoch gegenüber dieser Vielfalt tolerant zu sein.

  • Durch Projekte, Feste, Tänze, Gerichte lernen sie andere Kulturen kennen.
  • Ausflüge in die Gemeinden
  • Die Kinder werden in Entscheidungsprozesse des Kindergartens miteinbezogen. Beispiele: Mitbestimmung beim Tagesablauf, Mitgestaltung der Innen- und Außenräume, Absprache von Regeln, Abstimmen - Unterordnen

 

Religion, Philosophie und Ethik

„ Kinder beschäftigen sich früh mit Sinn-Fragen. Sie fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens nach Gut und Böse, nach dem Sinn, dem Ziel und dem Grund des eigenen Lebens und des Lebens überhaupt, Sie stellen religiöse und philosophische Fragen.“ Die religiöse Erziehung fließt in die gesamte Kindergartenarbeit mit ein.

 

In einer Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit für die Stärken und Schwächen der anderen können Werte wie Toleranz, Nächstenliebe, Verantwortung und Gerechtigkeit und die Erfahrung von Gemeinschaft vermittelt werden. Diese Werte kommen im aktiven Miteinander des Kindergartenalltags zum Ausdruck.

 

Die Kinder erleben bei uns:

  • Kindergartenkirche mit unserem Pastor Jan Petersen und seiner Handpuppe Anselm
  • Familiengottesdienste
  • Lieder und Feste
  • Gebete
  • Rituale und Symbole
  • Besuche in der Kirche oder auf dem Friedhof

 

musisch, ästhetische Bildung und Medien

„Mit musisch- ästhetischen Ausdrucksformen machen Kinder ihre Gedanken, Gefühle und Interpretationen in der Auseinandersetzung mit der Welt sichtbar. Sie geben ihren Formen oder drücken sie in Farben oder Klängen aus.“ Das Kind soll bei uns Freude daran finden, schöpferisch tätig zu werden. Dazu bieten wir an: malen, falten, schneiden, tuschen, kleben, reißen, kneten, sticken, matschen. In Kleingruppen oder der Gesamtgruppe werden die Kinder herangeführt an:

  • Malen und Gestalten
  • Gesang, Singspiele,
  • Rhythmik,
  • Klanggeschichten,
  • Tanz und Theater
  • Rollenspiel

 


Medien spielen in unserer Gesellschaft eine große Rolle. Wir setzen uns mit der Medienbildung der Kinder auseinander und versuchen dadurch einen bewussten Umgang zu erlernen.

  • Beispiele aus der Praxis: Gezieltes Einsetzen von CDs oder Kassetten in der Einrichtung.
  • Aufnahme einer DVD von einem Projekt( z.B. Zirkus- und Theaterprojekt)